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SOPHIE feierte 10 Jahre Beratung und Unterstützung für Prostituierte

Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen erhält Anerkennung als
Frauenservicestelle

Wien (OTS) – Seit 10 Jahren berät SOPHIE BildungsRaum Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind oder waren und tritt für eine Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen ein. Bei der gestrigen Jubiläumsfeier in der Einrichtung im 15. Wiener Gemeindebezirk überraschte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek SOPHIE deshalb mit der Anerkennung als Frauenservicestelle. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und die Vorsitzende der Volkshilfe Wien Prof.in Erika Stubenvoll reihten sich unter die zahlreichen GratulantInnen.

“SOPHIE leistet seit 10 Jahren tolle Arbeit bei der Beratung von
Sexdienstleisterinnen. Der Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen,
für Weiterbildung und soziale Absicherung ist vorbildhaft. Ich bin
sehr froh, dass SOPHIE ab sofort als Frauenservicestelle anerkannt
ist und wünsche dieser so wichtigen Einrichtung auch für die
kommenden Jahrzehnte viel Erfolg und alles Gute”, so die Ministerin
zu ihrer Entscheidung. Prof.in Erika Stubenvoll, Vorsitzende der
Volkshilfe Wien, freute sich besonders, dass durch diese Anerkennung, “die Arbeit in der Beratungsstelle nachhaltig gesichert ist.”

Für Stadträtin Sandra Frauenberger leistet die Einrichtung auch
einen wertvollen Beitrag für Frauen in Wien: “Mit dem BildungsRaum
für Prostituierte oder der mobilen Beratung ist diese Organisation
ein wichtiger Bestandteil des Beratungsangebots der Stadt. Das
begleitende Street Work zum neuen Wiener Prostitutionsgesetz ist ein zentrales Projekt um garantieren zu können, dass die Frauen über die gesetzlichen Regelungen und ihre Rechte auch gut informiert sind. Ich bedanke mich zum 10-jährigen Jubiläum für die Zusammenarbeit und bin erfreut mit SOPHIE eine so zuverlässige Partnerin zu haben.” Darüber hinaus bringt die Beratungsstelle ihre Expertise auch in die Steuerungsgruppe “Prostitution” der Stadt Wien ein und ist seit mehreren Jahren Teil der Arbeitsgruppe “Länderkompetenz Prostitution” des Bundeskanzleramtes.

Zwtl.: Handlungsbedarf bei arbeitsrechtlicher Regelung von Prostitution

Mag.a Eva van Rahden, Leiterin von SOPHIE BildungsRaum wies in
ihrer Rede auf weiteren Handlungsbedarf im Bereich Prostitution hin: “Zwar ist die Sittenwidrigkeit, die bisher Verträge im Bereich der Prostitution verhindert hat, nach einem Urteil im letzten Jahr
gefallen. Handlungsbedarf besteht aber trotzdem bei der
arbeitsrechtlichen Regelung von Prostitution.” Die Praxis zeige, so
van Rahden weiter, dass Frauen sexuelle Dienstleistungen als
Selbstständige, aber auch unter ähnlichen Rahmenbedingungen wie
Unselbstständige anbieten würden und damit Weisungen unterliegen,
ohne gleichzeitig den Schutz einer Arbeitnehmerin genießen zu können. “Angestelltenverhältnisse führen nicht automatisch zu mehr
Abhängigkeit und Ausbeutung, sondern schützen im Gegenteil eine
besonders stigmatisierte Gruppe”, so van Rahden abschließend.